Hoffmatte-Gegner geben nicht auf – Hoffmatte Thun | Wohnen in Seenähe

Hoffmatte-Gegner geben nicht auf

Beitrag im Thuner Tagblatt vom 29.10.2020 | Der Kanton hat die Planung für die Überbauung Hoffmatte genehmigt und eine Abstimmungsbeschwerde abgewiesen. Das wollen die Gegner des Projekts nicht auf sich sitzen lassen.

180 Miet- und Eigentumswohnungen, ein Alterspflegeheim mit 96 Plätzen, 55 Alterswohnungen und einem Café, eine Kita, ein Quartierladen, öffentliche Grünräume: Das alles soll auf der Hoffmatte im Süden Thuns entstehen. Die für das Projekt notwendige Zonenplanänderung hat die Stimmbevölkerung im Februar mit 62,1 Prozent Ja-Stimmen gutgeheissen.

Dass der Planungsprozess für die Überbauung nicht rasch weitergehen kann, war allerdings schon kurz nach dem Urnengang klar. Einerseits waren noch Einsprachen hängig. Andererseits hatten Privatpersonen eine Beschwerde gegen die Abstimmung eingereicht. Kritisiert wurde, dass in den Abstimmungsunterlagen immer wieder die Rede vom konkreten Projekt gewesen sei, obwohl einzig und allein über die Änderung von Zonenplan und Baureglement befunden wurde. Der Thuner Regierungsstatthalter Marc Fritschi wies die Beschwerde als unbegründet ab – ein Entscheid, den die Beschwerdeführer an die nächste Instanz weiterzogen.

Nächste Instanz muss entscheiden

Nun hat auch das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) die Abstimmungsbeschwerde abgelehnt, wie die Stadt am Donnerstag mitteilte. Gleichzeitig wies das AGR auch alle zehn noch hängigen Einsprachen ab und genehmigte die neue Zone mit Planungspflicht und die Überbauungsordnung Hoffmatte. Rechtskräftig ist dies allerdings noch nicht, denn laut Mitteilung der Stadt ziehen zwei Einsprechende sowie die Verfasser der Abstimmungsbeschwerde den Entscheid des AGR an die nächsthöhere Instanz weiter – die kantonale Direktion für Inneres und Justiz (DIJ).

Ursprünglich war vorgesehen, dass die neue Überbauung im besten Fall 2025 fertiggestellt sein wird. Welche Verzögerung ergibt sich nun durch den Weiterzug der Kantonsentscheide? «Eine Voraussage dazu ist sehr schwierig», sagt Stadtpräsident Raphael Lanz (SVP) gegenüber dieser Zeitung. Denn gegen Beschwerdeentscheide der DIJ seien eine Verwaltungsgerichtsbeschwerde und anschliessend auch ein Weiterzug ans Bundesgericht möglich.

Wie lange das Verfahren dauern werde, sei daher sehr schwer abzuschätzen. Die Stadt habe beim Kanton aber eine beschleunigte Behandlung der Beschwerden beantragt, «da es sich ja um einen demokratischen Volksentscheid handelt und ein rascher Entscheid auch das Vertrauen in die Demokratie stärken soll». Ein Start der Realisierung 2025 sei grundsätzlich nach wie vor möglich, aber nicht garantiert.

«Wunsch einer Mehrheit»

Lanz betont weiter: «Wir sind überzeugt, dass mit der geplanten Entwicklung des Areals ein bedeutender Beitrag an eine qualitätsvolle Innenentwicklung Thuns geleistet wird.» Zudem könnten mit dem neuen Alters- und Pflegeheim der Stiftung WiA die für Thun wichtigen Pflegeplätze erhalten bleiben. Die Abstimmung habe gezeigt, dass die Entwicklung auch dem Wunsch einer Mehrheit der Bevölkerung Thuns entspreche. «Für dieses Anliegen wird sich der Gemeinderat im Rahmen des weiteren Verfahrens einsetzen», heisst es abschliessend in der Medienmitteilung der Stadt.