Thuner Stimmvolk entscheidet über die Zonenplanänderung Hoffmatte – Hoffmatte Thun | Wohnen in Seenähe

Thuner Stimmvolk entscheidet über die Zonenplanänderung Hoffmatte

Medienmitteilung Stadt Thun | Aufgrund des ergriffenen Referendums befinden die Thuner Stimmberechtigten am 9. Februar über die Zonenplanänderung Hoffmatte. Gemeinderat und Stadtrat empfehlen, die Vorlage anzunehmen, damit gefragter Wohnraum für alle Generationen geschaffen werden kann.

Auf dem ungenutzten Areal neben der Hoffmann Neopac AG im Gwatt soll eine zeitgemässe Wohnüberbauung entstehen. Geplant sind 180 Wohnungen, ein Alterspflegeheim mit 96 Plätzen und 55 Alterswohnungen. Weiter sollen eine Kindertagesstätte, ein Laden und ein öffentlich zugängliches Café/Restaurant im Pflegeheim zur Aufwertung des Quartiers beitragen. Für die geplante Nutzung bedarf es einer Zonenplanänderung von der heutigen Arbeitszone in eine Zone mit Planungspflicht (ZPP). Der Thuner Stadtrat hat der Zonenplan- und Baureglementsänderung «ZPP Hoffmatte» zugestimmt. Gegen das Vorhaben wurde mit 996 gültigen Unterschriften das Referendum ergriffen. Am 9. Februar befindet die Thuner Stimmbevölkerung über die Vorlage.


Wohnen für alle Generationen, Sicherstellen von Pflegeplätzen
Die Stadt Thun verfügt über einen sehr tiefen Leerwohnungsbestand (0.49 Prozent*). Das vorliegende Wohnprojekt an guter Lage kann einen wichtigen Beitrag zur Entspannung der Situation leisten. Die geplante Überbauung bietet gefragten Wohnraum für alle Generationen. Die unter-schiedlichen Wohnungen sind insbesondere auch für Familien interessant. Der Einbezug eines Alterspflegeheims und von Wohnungen für Menschen im dritten Lebensabschnitt sorgt für einen breiten Nutzungs- und Generationenmix. Das Pflegeheim soll von der «Stiftung WiA – Wohnen im Alter» betrieben werden. Die Stiftung kann damit einen neuen Standort realisieren und dringend benötigte und durch den Kanton Bern der Stadt Thun zugewiesene zusätzliche Pflegeplätze schaffen. Zudem kann der Betrieb der bestehenden Heime während deren Sanierung gesichert wer-den. Können die Pflegeplätze mit dem Projekt Hoffmatte nicht realisiert werden, verfällt Thuns Anspruch auf sie, die Plätze könnten einer anderen Gemeinde oder gar einer anderen Region zugeteilt werden. Die Stadt Thun wäre somit mittelfristig nicht mehr in der Lage, genügend Altersheim- und Pflegeplätze zur Verfügung zu stellen.


Landschaft schonen durch Siedlungsentwicklung nach innen
Die «ZPP Hoffmatte» ist das Ergebnis eines langjährigen, gemeinschaftlichen Prozesses und bietet eine gesamtheitliche, breit abgestützte spezifische Lösung für diesen Ort. Die vorgesehene Ge-samtlösung entspricht durch den haushälterischen Umgang mit dem Boden, den strategischen Zielen der Stadt Thun und den Vorgaben von Bund und Kanton. Das Flächenpotenzial im Siedlungsgebiet soll genutzt werden, um Kulturland zu erhalten. Im Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 und in der Wohnstrategie 2030 ist die Hoffmatte als eines der wenigen bedeutenden Wohn-bauareale aufgeführt, in denen eine qualitätsvolle Neuorientierung und damit eine Siedlungsentwicklung nach innen möglich ist. Die Planung wurde mit der laufenden Ortsplanungsrevision abgestimmt.

Grüne Freiräume und gefragte Wohnnutzung statt Industrienutzung
Das Siegerprojekt aus dem Architekturwettbewerb garantiert als Grundlage für die ZPP Hoffmatte eine hohe Qualität von Wohn- und Aussenräumen. Verschiedene Gebäudetypen mit unterschiedlichen Höhen werden von einem zusammenhängenden Freiraum umschlossen. Die tiefen Gebäude mit drei und vier Geschossen grenzen an das bestehende Wohnquartier. Demgegenüber sind die höchsten Volumen vom Wohnquartier zurückgesetzt angeordnet. So ergibt sich ein gutes Zusammenspiel der Grünräume, Platzflächen und dem öffentlichen Wegnetz. Es entstehen öffentliche, autofreie, ökologisch wertvolle und naturnahe Freiräume, was bei einer industriellen Nutzung mit grossvolumigen Bauten nicht möglich wäre. Eine industrielle Nutzung, wie sie gemäss heutiger Ar-beitszone vorgesehen ist, würde aus Sicht der Stadt Thun aufgrund der möglichen Dimension und Emissionen zur Schmälerung der Wohnqualität der Anwohnenden führen.

Wie der Projektentwickler vor einigen Tagen mitteilte, will er erneuerbare Energien und nachhaltige Mobilität fördern: So soll für Heizung und Warmwasser zu 100 Prozent erneuerbare Energie genutzt werden (Jahresbilanz). Die unterirdische Parkierung ist auf maximal 0,9 Parkplätze pro Wohnung beschränkt. Vorgesehen sind zudem ein neuer Mobility- und ein Bike-Sharing-Standort.

Verkehrs- und Schulwegsicherheit verbessern
Zur «ZPP Hoffmatte» fand eine öffentliche Mitwirkung statt. Aufgrund der Eingaben wurden ver-schiedene Anpassungen vorgenommen. Darunter fällt insbesondere die Reduktion der maximalen Gebäudehöhen. Um die Schulweg- und Verkehrssicherheit im Quartier zu verbessern, führte die Stadt Thun zudem auf der Hofackerstrasse eine Tempo-30-Zone ein und gestaltete den Knoten Hofackerstrasse/Eisenbahnstrasse um. Der Kanton hat im Rahmen der Vorprüfung seine Zustim-mung zum Vorhaben signalisiert. Sagen die Stimmberechtigten am 9. Februar Ja, wird beim Kan-ton ein Genehmigungsverfahren eingeleitet. Dabei werden die im Rahmen der öffentlichen Auflage eingegangenen Einsprachen vom Kanton behandelt. Die Überbauungsordnung wird parallel zur ZPP ebenfalls dem Kanton zur Genehmigung eingereicht. Vor der Ausführung von Bauten ist ein Baugesuchsverfahren erforderlich.

Weitere Informationen
www.thun.ch/hoffmatte

Auskünfte an die Redaktionen:
• Stadtpräsident Raphael Lanz, Vorsteher Direktion Präsidiales und Stadtentwicklung, Tel. 033 225 82 15
• Susanne Szentkuti, Stadtplanerin und Co-Leiterin Planungsamt, Tel. 033 225 86 67

*Quelle: Bundesamt für Statistik, Stichtag 1.6.2019